15.07.2019

Briefe



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ID: 11418 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 05.05.1881
 

Frankf. a/m d. 5 Mai 1881.
Liebe Frau Gräfin
einen directen Gruß möchte ich doch Elisens Brief an Sie beilegen, obgleich ich eigentlich nicht schreiben darf, denn ich hatte wieder einmal einen Anfall von Neuralgie im rechten Arm, gleich am ersten Tage meines Hierseyns. Ich will aber wenigstens für Ihren lieben ausführlichen Brief danken, und Ihnen sagen, wie uns Ihre directen Nachrichten erfreut haben, obgleich Sie uns leider nicht nur Gutes brachten. Ich hoffe aber, jetzt ist Alles vorüber!
Elise ist nun bei uns und wir sehr froh sie endlich zu haben und vor allem sie und Louis beglückt in Einander und in ihren lieblichen Kindern zu sehen. Nur um Robbi’s Haut-Leiden macht sich Elise Sorge, ich hoffe aber, sie finden das Rechte hier für ihn, gute Luft, weshalb sie auch, obgleich er die Bäder in Kreuznach nicht speciell gebrauchen soll, ihn doch dorthin nimmt, wo sie selbst das Bad gebrauchen will, dann später in die Berge geht, wo wir uns wieder zu treffen hoffen, nachdem ich Gastein im July gebraucht haben werde.
Wann kehren Sie nun zurück? Elise möchte Sie doch so gern sehen, wenn sie von Kreuznach kommt!
Meine Schmerzen im Arm mahnen – ich muß schließen. Frl. Oser geht es in London soweit gut, sie hat an Burnand’s große Stütze, wird ganz als Freundin des Hauses angesehen, aber, ich wünschte ihr doch eine andere Existenz.Empfehlen Sie mich Ihrem Herrn Gemahl und glauben mich Ihre alt ergebene Clara Schumann.
Marie und Eugenie grüßen herzlich. Beide sind munter – Ferdinand ist in Töplitz, noch lange nicht hergestellt!

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 512f.
 



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