15.07.2019

Briefe



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ID: 11514 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 21.05.1882
 

Frankf. a/m d. 21t Mai 82
Theure Gräfin,
einen Willkomm-Gruß von mir sollen Sie bei Ihrer Rückkehr finden, freut es uns doch so von Herzen Sie wieder in unserer Nähe zu wissen. Hoffentlich sehen wir Sie Beide bald?
Dank für Ihren lieben Brief und die schönen Sendungen von Büdesheim die uns vortrefflich geschmeckt haben. Beim Gurkensallat mußte ich immer an Elise denken, von der wir nach ihrem Geburtstag noch keine Zeile wieder bekommen haben, was mich jetzt trotzdem ich ihre Schreibfaulheit kenne, doch zu beängstigen anfängt.
Ich kann mich Ihnen nun heute als Hausbesitzerin präsentiren, aber, nach welchen Aufregungen in den letzten 14 Tagen dies zu Stande gekommen, theile ich Ihnen mündlich mit. Ich habe wieder ’mal gesehen, daß wir armen Musikanten doch nobler sind, als oft die reichen Kaufherrn. Ich bin noch so unter dem Eindruck aller der Aufregungen, daß ich mich noch keinem frohen Gefühle über die Errungenschaft hingeben kann.
Ende dieser Woche erwarten wir Herzogenbergs, worauf wir uns sehr freuen. Gern hätte ich, Sie lernten sie kennen.
Jetzt Adieu, liebe theuere Marie, so darf ich ja sagen? und thue es, wie ich stets bin, von Herzen Ihre
Clara Sch.

Dem lieben Mann schönsten Gruß und Ihnen Beiden auch v. d. Kindern.
[Umschlag]
[Fra]u Gräfin
Marie Oriola.
in
Büdesheim
bei
Heldenbergen.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 525ff.
 

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