19.12.2019

Briefe



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ID: 11516 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 04.05.1882
 

Frankf. a/m d. 4 Mai 1882.
Verehrter Herr Director
durch Herrn Joachim erfahre ich, daß mein Anliegen, wegen zu hohem Preise, abgelehnt worden sey. Damit Sie nun nicht glauben, daß ich eigenmächtig darin gehandelt, sende ich Ihnen hierbei den Brief des Bibliothekar F. Pohl aus Wien, den ich in der Sache als Rathgeber wählte. Herr Joachim schreibt mir von Cherubini, warum aber nicht, was ja viel näher liegt, von Mendelssohn, der, als Zeitgenosse doch[Schumann] näher steht, und für dessen Werke man, wie ich gehört, 20,000 Thaler gezahlt habe. – Sie können nun wohl annehmen, daß ich nicht auf meinem Preise bestehe, denn, mir liegt in erster Linie daran die Manuscripte in sorgsamer und würdiger Aufbewahrung zu wissen, ein Geschäft wollte ich nie damit machen. Könnten Sie nun nicht veranlassen, daß man mir ein Gebot macht? Verzeihen Sie, daß ich Sie noch weiter mit der Sache belästige. Vor allem aber seyn Sie überzeugt, daß ich unter allen Umständen mich Ihres besten Willens versichert halte. Gelinge es oder nicht, fühle ich mich Ihnen zu wärmstem Dank für Ihr gütiges Interresse verpflichtet.
Der lieben Wöchnerin herzlichsten Gruß – hoffentlich geht Alles gut.
Hochachtungsvoll
Ihre sehr ergebene Clara Schumann.

[Umschlag]
Herrn
Dr R. Schöne.
Generaldirector der Königl
Museen
in
Berlin.
81 Curfürstenstr.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Schöne, Richard (1395)
  Empfangsort: Berlin
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
535f.
 



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