19.12.2019

Briefe



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ID: 11552 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 07.06.1882
 

Frkf. a/m d. 7 Juni 1882

Liebste Herzogenberg

eben überlegten wir, wohin ich Ihnen inliegenden Brief schicken solle, da kam Ihr lieber, reizender Brief! wäre nur Alles, wie Sie sagen! Sie verstehen es so Alles was Ihnen lieb ist wie mit einem Glorienschein zu umfassen. Ich kann nur einfach sagen, daß es uns eine Herzens-Freude war Sie endlich ’mal wieder bei uns zu haben, und daß ich nur betrübt war, Ihnen so gar Wenig bieten zu können. Sie mußten ein gutes Theil Willen als That nehmen, und haben das so liebreich und anmuthsvoll gethan. Ich hoffe, Sie nehmen von nun an den Umweg nach Böhmen über hier regelmäßig. Denken Sie, ich kann die Lotte nicht kündigen, weil der Contract bis Mai 83 lautet und ich selbst die Käuferin bin. Nun, wenigstens bekommt sie für den „Rechs-Anwalt[“] einen Hieb. Im Hause wird gehämmert von Morgens bis Abends, im Garten das Podium überdacht, nächstes Jahr, wenn Sie kommen, können wir vielleicht schon darunter sitzen.
Addio, Sie lieben Beide – ich hoffe es geht Ihrem Manne wieder gut – er soll sich nur nicht mit zu weiten Spatziergängen übermüden. In treuer Liebe mit Grüßen v. Allen Ihre Cl. Sch.

Ich schicke Alles nach Wildbad, ich denke es trifft Sie noch Alles dort. Ihrem Herrn Vater meinen Gruß.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
491f.
 



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