19.12.2019

Briefe



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ID: 11592 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 22.10.1882
 

Frankf. a/m d. 22 Octbr. 82

Geehrte Frau Raff,

ganz und gar vergaß ich es diesen Morgen Sie über etwas aufzuklären, was Ihnen aufgefallen sein dürfte, und mich bei Ihnen in ein falsches Licht setzen könnte. Herr Uzielli hatte auf das Programm |2| des gestrigen Concertes die Variationen Ihres seligen Gatten angesetzt, hat aber einige andere Stücke gespielt.1 Er war vorigen Sonntag bei mir, um mir die Var. vorzuspielen, und spielte sie aber noch ganz unvollkommen. Ich fand, so dürfe er sie nicht producieren und sagte ihm dies; er meinte zwar, er wolle sie noch die Woche hindurch üben, |3| darauf mußte ich ihm aber, was meine Ueberzeugung ist, entgegnen, daß man ein Stück, welches man öffentlich vortragen wolle, lange vorher schon in den Fingern haben müsse. Ich rieth ihm daher tüchtig daran zu studieren, und sie im Quartett, wozu er Aussicht hat, zu spielen. Ich glaube Sie, selbst Künstlerin, werden mir recht geben, und, sollten |4| Sie wirklich gezürnt haben, es nach dieser Erklärung nicht mehr tun.
Mit freundlichstem Gruße
Ihre
ergebene
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Raff, Doris (2757)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
896f.
 



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