19.12.2019

Briefe



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ID: 11610 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 22.12.1882
 

Frankf. a/m d. 22 Dec. 1882

Geehrter Herr Limburger

da mir die Beethovenschen Concerte schon weggenommen sind, so muß ich Sie bitten mir das Schumann’sche zu reservieren, und ersuche Sie Herrn Leschetizki zu bitten es mir zu überlassen. Er als kräftiger Mann kann leicht noch ein Anderes vorbereiten, was ich bei der Vorsicht, mit der ich concertiren muß, nicht kann. Ich könnte wohl auch ein Mendelssohnsches oder D moll von Mozart spielen, aber, wenn eben das Schumann’sche Concert doch gespielt wird, dann spiele ich es lieber selbst, was Sie begreiflich finden werden. Noch möchte ich, an meine neuliche Karte anschließend, erwähnen, daß ich mir das Programm für das Quartett erst noch überlegen möchte – vielleicht spiele ich doch lieber ein großes Solo etwa Symphonische Etüden v. Schumann was ich nicht kann wenn ich schon ein Ensemble-Stück gespielt habe. Nehmen Sie also mit Letzterem keine Rücksicht auf mich – ich hatte es mir neulich doch nicht so recht ruhig überlegt.
Einer freundlichen Antwort entgegensehend hochachtungsvoll
Ihre
ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Limburger [Herr] (2601)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
150f.
 



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