19.12.2019

Briefe



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ID: 11658 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 28.02.1883
 

Frankfurt, den 28. Februar 1883.
Meine liebe Frau Hoffmeister!
Haben Sie herzlichen Dank für Ihren lieben Brief, der mich endlich nach langer Zeit einmal wieder direkt von Ihnen hören liess. Durch Betty Rudorff erfuhr ich schon zu meiner Freude, dass es Ihnen so weit besser geht, dass Sie doch wieder musicieren können. Suchte man doch im Sommer nicht immer die weiten Fernen auf; wie gern besuchte ich Sie einmal und spräche mich einmal wieder mit Ihnen einige Stunden in traulichem Beisammensein aus! – Von mir wissen Sie durch die Ihrigen jetzt wohl Alles. – Ich kann noch hinzufügen, dass ich seit 2 Tagen wieder spiele, obgleich der Schmerz noch nicht ganz gewichen ist. Die Narbe wird mich wohl noch oft an den Unfall erinnern, doch dabei auch immer an das Freundliche und Herzliche, was mir zu Theil wurde. Die unfreiwillige Ruhe war andererseits auch wieder ein Gewinn für mich. Ich habe die Meinigen und auch den lieben Ernst öfter und ungestörter gesehen, als es sonst der Fall gewesen sein dürfte. Mit Ernst verstehe ich mich so sehr gut und empfinde dies doch immer wieder recht wohlthuend. Sehr freute ich mich auch, seine Frau wiederzusehen; welch eine reizende Erscheinung, so anmutig und so weiblich, recht ein Schatz!
Seien Sie, liebe Marie, mit Ihrem lieben Manne herzlichst gegrüsst; möge Ihnen das Zusammenleben in dieser schönen Harmonie noch recht lange vergönnt sein; dies Glück ist doch das Höchste auf Erden.
In treuer Freundschaft bin ich
Ihre
warm ergebene
Clara Schumann.

Ich möchte, ich könnte Ihnen mal die symphonischen Etüden vorspielen, – sie sind herrlich! –

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Hoffmeister [Frau] (2446)
  Empfangsort:
  SBE: II.17, S. 392f.
 



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