19.12.2019

Briefe



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ID: 11739 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 15.09.1883
 

Baden-Baden d. 15 Septbr. 83.

Lieber Herr Scholz,

Ihrem Wunsche am 20ten Morgens zur Conferenz zu kommen, dann den Prüfungen beizuwohnen, kann ich zu meinem Bedauern nicht nachkommen. Ich darf mir jetzt nicht gleich solche Anstrengungen zumuthen, umsoweniger, als ich meine Kräfte in nächster Zeit recht nothwendig brauche. Die Lehrer-Conferenzen strengen mich anbetracht meines schweren Gehörs ganz besonders an, und das Prüfen der Schüler für die anderen Klassen kann mir doch gut erlassen bleiben. Bitte, suchen Sie die Schüler, die Sie für uns geeignet finden, aus, und schicken Sie sie uns zur Prüfung.
Bedenken Sie, lieber Herr Scholz, daß mir viele Pflichten obliegen, meine Kräfte aber sich nicht steigern. Ich muß in der Verwendung derselben immer sparsamer werden, oft sehr gegen meinen Wunsch und mit harten Kämpfen.
Mad. Heritte haben Sie nun wohl selbst gesprochen.
Sie Alle freundlichst grüßend bin ich wie immer
Ihre
aufrichtig ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Scholz, Bernhard [Familie] (2867)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
133f.
 



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