15.07.2019

Briefe



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ID: 11740 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 15.09.1883
 

Baden-Baden d. 15 Septbr. 1883,
Liebste Marie
nehmen Sie und Ihr lieber Mann meinen herzlichsten Dank für Ihre lieben Worte, und die reizenden Gaben! Die Vasen habe ich gleich mit Rosen geschmückt, aus dem Korbe, der herrlich auf meinem Geburtstagtische prangte. Wie sehr wünschte ich Ihnen persönlich die Hand drücken zu können! freilich, das wird noch lange dauern, bis bei Ihnen wieder Ruhe eintritt! Wir haben den 13t mit den Kindern u. Brahms, der von Wiesbaden kam, recht heiter verlebt, morgens im Hause, Nachmittags auf dem alten Schlosse, wozu wir vom Wetter sehr begünstigt waren. Ich muß
mir alles Weitere, bis wir uns sehen, versparen. Denken Sie, daß ich nun an die achtzig Briefe z. 13t hatte!!! da habe ich, fasse ich mich auch kurz, doch Wochen lang zu schreiben. Es freute mich aber doch innig die Theilname, die mir von so vielen Seiten wird.
Nochmals Dank Ihnen und dem lieben Manne; und „auf baldiges Wiedersehen!“
Marie und Eugenie grüßen herzlichst – Erstere geht schon morgen nach Frankf. wir am Dienstag.
Von Herzen
Ihre
alte
Clara Schumann.

Ich sitze jetzt alle Morgen den Kopf zu einer Büste, die der Louis für seinen Musiksaal bestellt hat. Es ist eine Strapatze für mich, aber, abschlagen konnte ich es nicht. Sie wird sehr ähnlich, aber die Kinder vermissen doch darin, was, wie ich aber glaube, nicht wiederzugeben ist, weil es doch nur Momente sind, (angeregt durch irgend etwas) was ihnen vorschwebt. Wenn ich ruhig bin, ist mein Gesicht anders als wenn mirs irgend etwas belebt.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 551f.
 



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