19.12.2019

Briefe



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ID: 11767 Brieftext


Geschrieben am: Montag 05.11.1883
 

Frankf. d. 5 Nov. 83
Lieber Herr und liebe Frau Levy
ich muß Ihnen gleich noch ein inniges Dankeswort von hier senden. Wie haben Sie mich mit Wohlwollen u. Güte überschüttet, und ich konnte Ihnen so Wenig sein, nur Viel zur Sorge!
Wir sind sehr gut zurück – leider hatte ich aber meinen Fußsack vergessen, was mir unbegreiflich ist, weil ich mich erinnere ihn am Arm hängen gehabt zu haben, als ich aus meinem Zimmer ging. Nun haben Sie auch noch hinterher Mühe durch mich, was mir recht leid ist. Wir hatten so viel warme Sachen mit uns, daß wir uns helfen konnten, und ganz behaglich, auch, Folge Ihrer gütigen Zuwendung beim Conducteur, ganz allein die Reise hindurch saßen. Sie wurde uns gar nicht so sehr lang, wir lebten noch den schönen Erinnerungen an all die uns gewordene Liebe. Schmerzen habe ich noch, aber es geht doch an, ich komme wenigstens vom Fleck.
So seyen Sie denn herzlichst Beide gegrüßt und nehmen Sie wärmsten, dankbarsten Händedruck von
Ihrer
Clara Schumann.

Marie u. Eugenie grüßen schönstens.

Ihrer lieben Frau geht es hoffentlich wieder gut?
An die lieben Kinder auch unsere Grüße.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levy, Martin und Elise (2588)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
385f.
 



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