19.12.2019

Briefe



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ID: 11845 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 30.07.1884
 

Ober-Salzberg bei Berchtesgaden d. 30 Juli 84.

Geehrter Herr Limburger

was die Wahl eines Concertes betrifft, so wäre ich bei dieser Gelegenheit für Beethovens G dur, oder Schumanns A moll Concert. Ich setze voraus, daß die kleinen Soli’s diesmal wegfallen, ich finde solche für ein Einweihungsconcert nicht würdig genug, überhaupt fände ich es eine künstlerische Errungenschaft, wenn in diesem neuen großen Saale so kleine Sachen ausgeschlossen blieben, die fast nie in den Rahmen eines Orchester-Concertes hinein passen. Das Publikum würde erst etwas raisonniren, bald sich aber hineinfinden, und, trotzdem die Concerte besuchen, wie es an verschiedenen anderen Instituten auch der Fall ist. Was das Quartett betrifft, so könnte ich frühestens Sonntag Morgen, und würde denn die Sonate Fis moll Op. 11 von R. Schumann spielen, die ich noch niemals in Leipzig gespielt habe, die eben nur ˂bei˃ in einen Kammermusik-Abend paßt, und aber so anstrengend ist, daß ich außerdem Nichts spielen könnte. Sie müßte dann in der Mitte zweier Quartette kommen. Ich sehe weiterer Mittheilung von Ihnen seiner Zeit entgegen. Bis 20t Aug. ist meine Adresse hier, dann Frankf. a/M 32 Myliusstr.
Mit freundlichstem Gruße, auch an Ihre Frau Gemahlin
Ihre
hochachtungsvoll
ergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Ober-Salzberg bei Berchtesgaden
  Empfänger: Limburger [Herr] (2601)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
158f.
 

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