19.12.2019

Briefe



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ID: 11902 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 17.01.1885
 

Frankfurt a/m 17 Jan. 85.
Meine liebe Frau v. Beckerath,
Zu meiner großen Betrübniß sehe ich aus der mir eben zugekommenen Mittheilung, daß Sie einen schweren Verlust zu beklagen haben. Ich möchte nicht säumen, Ihnen ein Wort innigster Theilnahme zu sagen.
Ich entnehme der Anzeige, daß Ihre theure Schwester nicht schwer gelitten u. das ist ja ein tröstlicher Gedanke für Sie Alle, nur fürchte ich, daß Sie die letzten Augenblicke nicht bei der theuren Schwester sein konnten, u. das ist recht hart, u. empfinde ich tief mit Ihnen. So bringt uns eben das Leben immer neues Ernste u. Schwere, u. wir müssen es tragen u. uns aufrecht halten für die Geliebten, die wir noch besitzen.
Schreiben Sie mir hierauf jetzt nicht, liebe, gute Frau von Beckerath, lassen Sie mich nur später hören, wie es Ihnen geht u. seien Sie mit dem lieben Manne aufs Wärmste gegrüßt von
Ihrer
treu theilnehmenden
Clara Schumann.

P. S.
Meine Kinder bitten mich, Sie auch ihrer Theilnahme zu versichern.
Sie sehen aus dem Diktat, daß mein Arm noch nicht gut ist, aber es fängt an, sich zu bessern.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Beckerath, Laura von (168)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
269f.
 



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