20.11.2018

Briefe



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ID: 11963 Brieftext


Geschrieben am: 24.08.1885
 

Obersalzberg d. 24 Aug 85,

Liebes Lisl,

wie geht es Ihnen, wie leben Sie? leider läßt Sie das schlechte Wetter jetzt wohl kaum hier herauf. Aber wo bleibt der theuere Gatte mit der Symphonie? Hierbei ein <>Brief v. Frl. Wendt – ich will ihn Ihnen doch f. H. schicken. Dann, bitte sprechen Sie mal mit dem lieben, verehrten Meister, ob es ihm eben so recht wäre, erst am 15ten Septbr. mit mir zu beginnen? da ich hier dies Jahr viel Zeit verloren, bliebe ich gern bis zum 9ten hier oben. In Frankf. finde ich nach so langer Abwesenheit immer f. d. ersten Tage viel zu erledigen vor, und möchte alles Das, auch den Geburtstag, der mich immer ermüdet, hinter mir haben. Ich stehe ihm (Hildeb.) bis Mitte Octbr zur Verfügung. Sprechen Sie mit ihm, natürlich schlage ich das aber <>nur vor, wenn es ihm leicht zu arrangiren wird. Wäre dies nicht der Fall, so lassen wir es bei der ersten Verabredung. Aber gern wüßte ich bald Bescheid. Wir arbeiten noch alle Tage 2–3 Stunden a. d. Auszügen a. d. Briefen an mich, schalten noch Manches ein, müssen dann aber manchen Bogen noch ’mal schreiben. Correcturen habe ich auch genug – wäre nur der Tag noch einmal so lang, und die Kräffte auch immer vorhanden! –
Addio, Sie Lieben Alle! –
Es umarmt Sie
Ihre
treue
Clara Schumann.

Frl. Wends Brief brauche ich nicht wieder. Wir suchen alle Tage Bauplätze, und bauen Häuser a. d. Papier (Marie nämlich). Es giebt herrliche Plätze hier.

  Absender: Schumann, Clara, geb. Wieck, Clara (3153)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Obersalzberg
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich u. Elisabeth von (2429)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.15, S. 598ff.
 



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