19.12.2019

Briefe



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ID: 11964 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 26.08.1885
 

Obersalzberg d. 26 Aug 1885.

Lieber Herr Scholz,

es freute mich sehr von Ihnen Gutes zu hören, und wie gern, wäre ich nur etwas mobiler, käme ich ’mal an den Hintersee. Aber es ist von hiersehr mühsam für mich, weil ich die Nacht ausbleiben müßte, da ich es in einem Tage nicht ermachen könnte, u. das ist für mich immer kritisch, da man an Orten wie Ramsau u. A. nicht gerade auf gute Betten rechnen kann. Dazu kommt noch, daß ich die ganze Zeit nicht sehr wohl war, u. sehr vorsichtig in Allem sein muß. Kurz, es geht eben nicht ohne Schwierigkeiten. Inliegend erhalten Sie Hrn. K. Brief zurück – ich kann ihm leider keine andere Antwort geben, als ich gethan, weil ich, gehe ich nach Wien, den Philharmonikern verpflichtet bin. Ich schrieb ihm diesen anderen Grund der weitläuftigen Auseinandersetzung halber nicht. Sollten Sie doch das wieder eingetretene schöne Wetter ’mal veranlassen hier herauf zu kommen, so lassen Sie es mich, bitte, wissen, damit ich nicht etwa gerade unten in Berchtesgaden bin, was zuweilen geschieht. Wir denken schon am 12ten wieder in Frkf zu sein, da Professor Hildebrand dahin kommt, um mein Relief zu modelliren, was lange schon der Wunsch meiner Töchter u. seine Absicht war.
Herzlich Sie u Alle, die mit Ihnen sind, grüßend
Ihre
alt ergb
Clara Schumann.

Marie grüßt mit mir – Eug. ist i. d. Schweiz.

V. der Fürstin Hohenlohe erhielt ich einen sehr liebenswürdigen Brief worin sie mir für die Sendung der Tilly Wurm aufs wärmste dankt, u. ganz entzückt schreibt. Es freut Einen doch sehr, wenn ein solches Unternehmen, so ganz nach allen Seiten hin, glückt! –

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Scholz, Bernhard (1392)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
169ff
 



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