15.07.2019

Briefe



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ID: 11965 Brieftext


Geschrieben am: 04.09.1885
 

Obersalzberg d. 4 Septbr 1885.

Liebste!

wir haben gestern einen Brief von Wendt a. Carlsr. erhalten, welcher uns in einigen Schrecken versetzt hat: ich hatte ihm, als Fachmann einen Brief mit den vielen Namen, die wir nicht ordentlich lesen konnten, geschickt mit der Bitte, sie uns zu entziffern, u. nun macht er uns auf Vieles noch aufmerksam, was wir übersehen hatten, kurz, wir haben noch einige Tage tüchtig zu arbeiten, müssen hier fertig werden, und daher unsere Abreise auf Mittwoch verschieben, u. dann direct nach München gehen. Wir können also nicht mehr zu Ihnen kommen. Wie sollen wir uns aber noch einmal sehen? – Gestern erzählte mir übrigens eine Dame, <s>Sie seyen so unglücklich über die vielen Besuche, das <>tröstet mich ein wenig, <>daß wir Sie nicht mehr besuchen können. Aber, vielleicht haben Sie noch Etwas in Berchtesgaden zu besorgen? und könnten sich so einrichten, diese Besorgung mit einem kurzen Rendezvous dort zu vereinigen? wir würden uns dann so einrichten, daß wir um 10 Uhr unten wären, u. um 11 Uhr nach Reichenhall erst abführen. Da könnten wir beim Conditor Forster noch ein Stündchen plaudern. Oder, kommen Sie am Ende doch noch einmal herauf? Freilich sehe ich wohl ein, daß Ihnen jetzt die Zeit auch nur knapp zugemessen ist. Also, sagen Sie ein freundliches Wort
Ihrer
alten
Clara Sch.

Wissen Sie wie das bewußte Wort (verlorenen) heißen muß? – – mutorum!!!
Alles grüßt.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absender-Institution:
  Absender Ort: Obersalzberg
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich u. Elisabeth von (2429)
  Empfänger-Institution:
  Empfänger Ort:
  SBE: II.15, S. 602f.
 



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