15.07.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 12063 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 17.09.1886
 

München d. 17 Septbr 1886.
Meine liebe Marie,
wieder haben Sie so lieb meiner gedacht in Wort u. Liebeszeichen, das gar reizend ist! wie Sie nur immer das Reizendste finden, wozu ein Anderer gar nicht das Talent hat! nur finde ich das Zeichen zu schön zum täglichen Gebrauch. Haben Sie Dank, theuere Marie, u. sagen Sie solchen auch dem lieben Manne. Ich sende diese Zeilen aus dem Atelier des Hildebrand, der nun meine Büste wirklich in Marmor fertig macht. Ich konnte mich nicht entschließen nach Florenz zu gehen der Cholera halber, und da schlug H. München vor, was mir sehr recht war, uns nur früher i. d. Stadt trieb, als wir bei dem herrlichen Wetter es wünschten.
Den 13t feierten wir sehr still, aber ich hatte die lieben Töchter um mich, die ja mein größter Schatz sind, und war auch ziemlich wohl! Levi lag zu Bett, (er kränkelt oft) und Hildebrand war noch nicht hier. Bald hoffen wir nun Sie zu sehen – wir kommen gewiß bald ’mal, wenn Sie nicht zu viel Besuch haben.
Ich lege Ihnen Spaßes halber das erhaltene Thelegramm8 bei, woran wir lange studiert haben, schließlich die „Büdesheimer“ herausbrachten. Dank auch dafür! –
Eugenie, die mit mir hier ist, schrieb Ihnen neulich Alles von uns, und bald sehen wir uns, so Gott will, so denn bis auf Wiedersehen, worauf sich innigst freut
Ihre
getreue Sie
liebende
Clara Schumann.

Ich denke wir kehren am 25–26t zurück. Ihre liebe Schwiegermutter grüßen Sie, bitte, sehr.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: München
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 581f.
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.