19.12.2019

Briefe



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ID: 12067 Brieftext


Geschrieben am: Montag 11.10.1886
 

… Daß es Ihnen diesen Sommer so gut ging, freut mich sehr, wir konnten in Obersalzberg nicht von so viel Glück sagen, was das Wetter betraf. Joachim kann Ihnen erzählen, welches Pech wir hatten, als wir dem regnerischen Wetter zu entfliehen, nach Meran gingen, und dort fast verzweifelten. Ob ich die Freude haben werde, Sie diesen Winter zu sehen, weiß ich nicht, einstweilen befinde ich mich noch nicht so, als ich große Unternehmungslust hätte – der Herbst ist aber immer für mich eine schlechte Zeit. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie es mich freuen würde, wieder einmal mit Ihnen u. Ihrer lieben Frau zu sein! – Was haben Sie wohl zu dem Auftreten der Frau Joachim gesagt? Ich finde es betrübend; – Wie mag wohl unser lieber Joachim es aufgefaßt haben, ob es ihn nicht sehr erregt hat? Schließlich muß ich Ihnen noch sagen, wie sehr leid es mir gethan, Ihren lieben Besuch in Frankfurt verpaßt zu haben, ich wurde in München, wo Hildebrandt meine Büste in Marmor gemacht hat, länger als sonst festgehalten. Die Büste wird Ihnen glaub ich, auch Freude machen. Ich dachte, sie vielleicht, wenn es sich machte, einmal in Berlin auszustellen…

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Levy, Martin und Elise (2588)
  Empfangsort: Berlin
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
397f.
 



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