19.12.2019

Briefe



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ID: 12110 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 10.02.1887
 

Frankf. d. 10 Febr. 1887

Geehrte Frau,

wäre ich nicht stets so viel in Anspruch genommen, daß oft unterbleiben muß, was mir am Herzen liegt, Sie hätten längst ein Wort von mir gehabt. Was kann es denn Schöneres für den Künstler geben, als zu sehen daß, was er aus tiefster Seele gegeben, so empfangen wird, wie von Ihnen, erwärmt und erhoben zu tiefster Begeisterung! So waren mir Ihre Worte, aus der Stille heraus, ein schönster Tribut der Anerkennung für den Componisten, und danke ich Ihnen, daß Sie mir diesen gönnten. Ihres theueren Vater’s gedenke ich oft – wie fehlt mir jetzt stets sein warmer Blick, wenn ich das Bodium [sic] im Gewandhaus betrete. Sollten Sie mir ’mal Gelegenheit geben, Sie selbst zu sprechen, so würde mich dies aufrichtig freuen.
Hochachtungsvoll
bin ich
Ihre
ergebene
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
Empfänger: Sachsse, Elisabeth, geb. Grabau (2820)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
430
 



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