15.07.2019

Briefe



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ID: 12426 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 05.04.1889
 

Frankf. d. 5 April
Liebste Marie,
ich bin ganz desperat, habe Ihnen den Dienstag zur Wahl gestellt für Ihren lieben Besuch, u. sehe nun zu meinem Schrecken, daß ich den Tag schon vor 14 Tagen der Frau Kissel versprochen hatte. Ich habe sie sofort gebeten ihre Gesellschaft (ich hielt sie für eine kleine) zu verlegen, es ist aber unmöglich, da sie schon viele Leute gebeten hat. Wenn Sie nun recht lieb sein wollen, geben Sie uns einen anderen Abend, Mittwoch, Donnerstag, oder Freitag? [wir wären dann ganz allein] Ich höre, daß Sie zum Faust am Montag kommen, und Dienstag Vormittag jedenfalls hier sind. So gern spräche ich Sie eine halbe Stunde allein, und würde, wenn ich Sie nicht zu sehr störte, schon um 9 1/2 Uhr zu Ihnen kommen – es schadete nichts, wenn auch noch im Bett lägen. Wollen Sie mir dies gestatten? und, schreiben Sie mir dann auch wegen eines anderen Abends, ob es nicht möglich ist? freilich ist es wohl eine Zumuthung von mir die Sie aber gewiß entschuldigen, da Sie wissen, wie gern wir Sie bei uns sehen.
Herzlichst Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 596
 



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