19.12.2019

Briefe



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ID: 12433 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 18.05.1889
 

Baden-Baden d. 18 Mai 89.

Liebstes Lisl,

ein paar Worte muß ich Ihnen doch sagen, obgleich ich ja eigentlich nicht viel zu sagen habe, als daß ich in Gedanken noch immer in Florenz bin, bei den lieben Menschen vor allem, deren Wohlwollen ich so warm empfunden habe – Sie wissen, ich meine Sie <>Alle, und Hildebrandt’s. Wie ist es mir so behaglich, Sie Alle mit meinen Gedanken nicht erst suchen zu brauchen! Unsere Reise war gut, wir haben die Gotthard-Tour sehr genossen, besonders herrlich auf der ital Seite gefunden, wo das Grün so üppig ist, u. dadurch die Landschaft solch ein Reiz, neben der Großartigkeit <>ausübt. Hier in Baden ist es aber <>auch schön, eine Pracht der Vegetation, die mich trotz Italien, doch wieder sehr überrascht hat – im Frühjahr ist das Baden wahrlich ein Paradies. Wir wohnen gemüthlich mit Sommerhoff’s, heute aber regnet es, und wir heitzen wieder; da verlangen wir nun nach Haus, und hoffen Montag zurückzureisen. Von Ihnen hören wir doch ein Mal? nicht wahr, ehe Sie Italien verlassen, dann auch von dem Entschlusse Ihrer lieben verehrten Frau Mutter!!! Ich weiß nicht, ob Eugenie Ihnen geschrieben hat, ich kann sie nicht fragen, weil sie nicht zu Haus ist, von Marie aber soll ich Sie Alle herzlich grüßen. Das erdenklichst Liebevolle sage ich Ihnen Dreien und auch der lieben Schwester dann auch Hildebrandt’s, und umarme Sie in treuer Freundschaft
Ihre
Clara Schumann.

Ich schrieb etwas confus, immer gestört, verzeihen Sie es.
Volklands waren reizend gemüthlich, wir aßen bei ihnen vor der Abreise v. Basel.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich u. Elisabeth von (2429)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
715f.
 



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