19.12.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 12443 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 11.10.1891
 

Frankfurt a/M d. 11 Octbr. 91

Mein liebes Lisl

ich und wir alle sind sehr betrübt über Ihre schlimmen Nachrichten! – Ach, Sie haben sich gewiß im Gefühle der Genesung zu viel zugemuthet!? ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie mich das beschäfftigt! wie wird der Ausspruch der Aerzte gewesen sein? Bitte, nur eine Postkarte was über den Winter beschlossen ist? Sie Liebe, Arme, ach, und der liebe sorgliche Mann. Ich begreife den Umschlag noch gar nicht! Leider ist mein Dröhnen noch immer fast dasselbe, nur ab und zu eine leichtere Stunde! dazu ist mein Unterkörper furchtbar leidend an nervösen Rheumatismus. Doch, ich will Ihnen, der armen Dulderin, nicht vorklagen, nur darf ich nicht mehr schreiben, als dies Wenige, Ihnen zu sagen, wie innig theilnemend wir Ihrer Beider gedenken. Das wissen Sie, Liebste übrigens, ohne daß ich es Ihnen ausspreche.
Also bald per Postkarte ein Wort, bitte,
Ihrer
getreuen
Freundin
Clara Schumann,

Sehen Sie den lieben Hildebrand und seine, grüßen Sie sie aufs wärmste, die theuere Mama natürlich auch sehr.
Adresse der Fillunger die seit 14 Tagen v. Australien zurück ist:
14 Airlie Gardens’
Campden Hill.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Herzogenberg, Elisabeth von (691)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
776
 

Fehlerbeschreibung*





Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.