19.12.2019

Briefe



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ID: 12450 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 31.03.1892
 

Frankfurt a/M. 31. 3. 92.

Lieber Herzogenberg,

Vor allem danke ich Ihnen für die Sendung der Stücke Ihrer theuren Frau. Mit wahrer Rührung habe ich sie in die Hand genommen und danke Ihnen, daß Sie auch meiner gedacht, die ich Ihrer theuren Frau in wahrer, treuer Liebe angehangen. Das grausame Geschick des fortwährenden Musicierens in meinem Kopf macht es mir ganz unmöglich, irgend ein Stück kennen zu lernen, und gehe ich an’s Klavier und versuche zu spielen, so höre ich alles so falsch, daß ich es nicht ertragen kann. So kann ich denn also Ihnen nichts sagen, als daß ich mit Liebe die Noten ansehe und mit Schmerz empfinde, was mir <zu> in guten Zeiten Freude gemacht hätte. Ich glaube, dieser Satz ist etwas unklar, verzeihen Sie es – das Dictieren von Empfindungen wird mir immer schwer. Die Hoffnung, die Sie uns geben, daß Sie über Pallanza kommen werden, macht uns große Freude. Ich denke, von Anfang Mai an dort, vielleicht auch in Stresa, zu sein. Eugenie geht früher hin mit der Fillu, und sie soll Ihnen dann schreiben, wo wir sind.
Herzlichst wie immer
Ihre Clara Schumann.

An Ihre liebe Schwägerin und Frl Hauptmann meine schönsten Grüße.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich Freiherr von (692)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
791f.
 



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