19.12.2019

Briefe



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ID: 12456 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 24.05.1894
 

Frankf. d. 24/5 94

Lieber Freund,

mit tiefster Theilname habe ich Ihren lieben Brief gelesen! ach, ich wußte es ja, wie hart der Verlust Ihres liebsten Freundes für Sie sein mußte. Gott sey Dank, daß Sie wieder Lebensmuth schöpfen in der Kunst, die Ihnen immer milde Trösterin war! –
Ihre liebe Einladung ist gar so verlockend, aber wir könnten Sie doch nur vor dem Basler Fest besuchen, und ich fürchte, da ist es Ihnen noch zu früh, vielleicht die liebe Frl Helene noch nicht wieder eingerichtet im Sommerhaus!? das sagen Sie mir offen, auf alle Fälle würden wir uns doch in Basel sehen. Zu Ihnen kämen wir, wenn überhaupt, etwa d. 13ten, blieben bei Ihnen 2 Tage u. reisten dann (vielleicht zusammen?) am 16ten nach Basel. Sollte es Ihnen dennoch passen so, dann bitte ich um genaue Angabe, wie man von hier am kürzesten nach Heiden kommt? ich denke, wir würden in Constanz übernachten. Ich muß eben Alles mit Maaß, wenig auf einmal, thuen.
Sagen Sie mir also ganz offen, ob es geht oder nicht, wir wissen ja nur zu gut, wie man oft von häuslichen Umständen abhängig ist.
Herzlichsten Gruß Ihnen und Ihrer treuen Freundin
von Ihrer
alten
Clara Schumann.
Marie grüßt sehr.

Eugenie folgt uns erst nach Interl. Mitte Juli.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich (2428)
  Empfangsort:
  SBE: II.15, S. 815f.
 



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