19.12.2019

Briefe



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ID: 12457 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 06.06.1894
 

Frankfurt d. 6 Juni 94.

Lieber Freund,

mit wahrhaft betrübtem Herzen muß ich Ihnen heute mittheilen, daß ich meinen Besuch bei Ihnen doch aufgeben muß. Meine nerv. rheum. Leiden im Kreuz u. Rücken haben in letzter Zeit so zugenommen, <>daß ich mich mit dem Reisen auf das Nöthigste beschränken muß, da das Fahren auf der Eisenbahn die Schmerzen sehr vermehrt. Ich müßte von hier zu Ihnen eine Nacht unterwegs bleiben, u. brauchte bei Ihnen einige Tage, bis ich mich wieder erholt hätte, wozu ja nicht einmal Zeit wäre, da wir vor dem 13ten nicht fort könnten, und am 16ten doch in Basel sein wollen – Sie ja auch! – Ein freudiger Gedanke ist mir, Sie in Basel zu sehen, aber freilich, wie viel lieber hätte ich Ihr Leben in dem „Heim“ gesehen, das Ihnen das theuere Lisl noch mit ausgesucht hatte! – So muß eben immer das Herz schweigen, wenn die Vernunft spricht!
Leben Sie wohl, lieber Herzogenberg, haben Sie Dank für Ihren letzten lieben Brief, und grüßen Sie die liebe Frl. Helene dankend.
Getreu aber betrübt
Ihre
Clara Schumann.

Marie grüßt sehr, mit wahrem Bedauern.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Herzogenberg, Heinrich Freiherr von (692)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 15
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit den Familien Voigt, Preußer, Herzogenberg und anderen Korrespondenten in Leipzig / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller, Ekaterina Smyka / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-86846-026-1
817f.
 



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