15.07.2019

Briefe



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ID: 12482 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 04.07.1889
 

D. 4 Juli 89.
Liebste Marie,
es war mir ja selbst so sehr leid, daß ich Sonnabend nicht kommen konnte, aber Sie kennen ja Elise, und wissen, daß sie es als lieblos ausgelegt hätte, wären wir Sonntag weggegangen.
Nun frage ich heute: können wir Sonnabend d. 6ten kommen und bis Sonntag Abend bleiben? wir würden Sonnabend Nachmittag mit dem Zug 5 Uhr 15 M. fahren, nach Grosskarben. [fänden da wohl Ihren Wagen?] Dann, wäre es Ihnen eine Gêne wenn ich mir Elisens Wagen für Sonntag Abend bestellte zum Zurückfahren? es ist mir behaglicher, als, Sonntags mit der Eisenbahn. Der Kutscher würde dann aber schon Nachmittag kommen, und müßte seine Pferde 3 Stunden einstellen. Geht das?
Also bitte, liebe, Marie, um ein Wort (spätestens bis Sonnabend früh) ob wir kommen können, u. ob der Kutscher mit Wagen u Pferden Sie nicht genirt?
Ich schrieb nicht schon gestern, weil sich erst heute entschied, daß wir erst am 10t nach Franzensbad gehen.
Hoffentlich kommt nichts wieder dazwischen und will ich mich einstweilen freuen auf das Wiedersehen in Ihrem idealen „home“.
Ihre
getreue
Clara Schumann.

Die Töchter grüßen u. freuen sich mit mir.
Sollte es mit dem Wagen u. Pferden unterstellen nicht passen, so fahre ich dann doch mit der Eisenbahn zurück. Ein Thelegramm wäre mir doch sehr lieb, nur „Ja“ oder „Nein“. Sollten Sie Einen oder den anderen Gast Sonntag haben, so genirt mich das gar nicht.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt a.M. ?]
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 597f.
 

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