15.07.2019

Briefe



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ID: 12497 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 18.09.1889
 

Baden-Baden d. 18 Septbr. 89 Park Hôtel.
Liebste Marie
wie herzlich haben Sie mich zum 13t durch Ihre lieben Worte, die duftenden Blumen und die reizenden Vasen erfreut. Wollten Sie mich damit zurückversetzen in die schöne Jugendzeit!? – Es war so ein Tag dieser 13t, wo ich Alle, die mir liebevoll gesinnt, herbei gewünscht hätte. Ein Faden der Wehmuth zog wohl durch alle Freuden, aber diese überwogen, und ich dankte Gott für all den Segen, der mich in meinem hohen Alter noch umgiebt, durch meine Kinder, Freunde und durch die Kunst! –
Viele Ueberraschungen wurden mir zu Theil, Thelegramme von zwei Kaiserinnen, vielen Herrschaften sonst, u. vor allem ein herrlicher Morgen-Rosengruß von der Großherzogin von Baden mit einem Briefe der mich tief ergriff, gerade als von ihr, der so schwer geprüften Frau, kommend.
Ich habe jetzt für lange Zeit viel zu thuen, wie Sie denken können, muß daher auch jetzt schließen.
Von ganzem Herzen Ihnen Beiden dankend umarmt Sie Ihre
altgetreue
Clara Schumann.

Marie ist in Frankfurt jetzt Hausmütterchen, hat für Alles zu sorgen, bis ich am 28t nachfolge. Ich hoffe Sie dann bald zu sehen, liebe, beste Marie. Eugenie, die mit mir ist, grüßt herzlich.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Baden-Baden
  Empfänger: Oriola, Marie von, geb. Christ, verh. Berna (2699)
  Empfangsort:
  SBE: II.12, S. 600f.
 



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