25.02.2022

Briefe



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ID: 12592
Geschrieben am: Mittwoch 07.01.1891
 

Frankfurt a/M d. 7 Jan. 91.

Liebster Joachim

nehmen Sie herzlichsten Dank für das schöne Neujahrsgeschenk – wie lieb von Ihnen, daß Sie mir dies zugedacht haben. Ich möchte nur, wir hätten das Concert diesen Winter hier gehört! So beim Durchgehen am Clavier sind mir der erste und zweite Satz noch am liebsten, und ich meine immer dabei, ich höre Ihre herrlichen Klänge, so mild und weich! Ich will doch Heermann ’mal bitten, es mir zu spielen, es ist doch anders, als wenn man sich das Alles auf dem trocknen Claviere spielt! – Mit dem Danke für diesen geistigen Genuß muß ich doch auch den für die Süßigkeiten hinzufügen. Waren sie auch mir nicht bestimmt, so bin ich eifrige Theilnehmerin daran gewesen, und, noch, denn der Reichthum war groß – die Quelle will nicht versiegen. Leben Sie wohl, lieber Freund, und bleiben Sie mir solcher auch im neuen Jahr, und, so lange überhaupt noch lebt getreu
Ihrer
Clara Sch.

Ich stehe furchtbar in Herzogenbergs Schuld, aber, ich kann eben nicht mehr Alles erzwingen. Bitten Sie für mich um Nachsicht, ich gedenke ihrer ja doch so oft und warm.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1415

  Standort/Quelle:*) D-Zsch, s: 6665-A2
 
*) Die Auflösung der Kürzel für Bibliotheken und
Archive finden Sie hier: Online Directory of RISM Library Sigla
 
 



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