19.12.2019

Briefe



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ID: 12599 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 14.08.1886
 

Obersalzberg d. 14 Aug. 1886.

Lieber Joachim,

haben Sie herzlichsten Dank für die Briefe, die ich Ihnen persönlich wieder übergeben zu können hoffe, u. zwar hier!!! – Und dann nicht so kurz, wie immer? – Ich komme mit meinem Danke so spät, weil inzwischen unsere Uebersiedlung hierher erfolgte, u. es gleich hier eine Unmenge zu erledigen gab. Ich stecke ganz in Correcturen. In Betreff Erler’s wird Ihnen mein Schweigen gezeigt haben, daß ich Ihnen die Sache ganz überließ. Mir scheint E. ein überspannter Kopf, und nicht eben feinfühlig, denn er ließ Briefe v. Robert hinter meinem Rücken in Zeitschrifften drucken. Von den Briefen an Sie habe ich nur den aus Endenich weggelassen und Einen, der wohl zu Intimes berührte. Leider kann ich von den Briefen an Johannes Keinen bringen, denn sie sind Alle aus Endenich. Es that mir so leid, weil sie so gar schön sind, und einen so wohlthuenden Blick in sein (Roberts) Inneres geben, aber ich kann doch, aus dieser Zeit Briefe zu veröffentlichen, mich nicht entschließen. Gewiß finden Sie das Gefühl gerechtfertigt. Ich denke wir bleiben hier bis Ende des Monats, u. gehen dann noch etwas südlicher nach Meran ect.
Herzlich grüßen wir Alle Sie, lieber Freund, und nochmals Dank
von Ihrer
alten
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Obersalzberg
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1306f.
 



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