19.12.2019

Briefe



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ID: 1263 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 09.05.1852
 

Düsseldorf, den 9ten Mai 1852.

Geehrter Herr,

Vielen Dank habe ich Ihnen zu sagen für Ihre Mittheilungen. Wer einen Satz, wie den aus Ihrem Oratorium, zu schreiben versteht, der kann wohl der Theilnahme jeden Künstlers versichert sein. Es läßt sich aus solcher Musikweise auf den ganzen zurückgelegten Bildungsgang des Tonsetzers schließen, und nicht minder auf den zukünftigen, der Sie immer höheren Zielen zuführen möge. Der Satz muß auch von schöner Klangwirkung sein. An der Gesangcomposition sagt mir, wenn ich offen sein soll, die Musik mehr zu, als das Gedicht. Das scheint mir kein wahrhafter Poet, das Ganze auch etwas lang ausgesponnen. An innigen und schönen Stellen fehlt es aber auch <an> diesem Stücke nicht. Es sollte mich freuen, im Lauf der Zeit, hoffentlich recht bald wieder von Ihnen und Ihrer Musik zu hören. Führen Sie Ihren Plan, im Herbst unsere Gegend zu besuchen, aus, so hoffe ich jedenfalls um diese Zeit in Düsseldorf zu sein.
Ihr
ergebener
Robert Schumann.

Sr. Wohlgeboren
Herrn Tonkünstler Carl Greith
in
Frankfurt a/M.
Friedberger Chaussèe N. 25.
fr.

[BV-A, Nr. 1974:] C Greith Frankfurt a/M. [Versand:] fr. [Bemerkung:] Über s. mitgetheilten Compositionen theilnehmend ausgesprochen.

  Absender: Schumann, Robert (15143)
  Absendeort: Düsseldorf
  Empfänger: Greith, Karl (2327)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
484f.
 



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