19.12.2019

Briefe



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ID: 12639 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 28.08.1890
 

Obersalzberg1 d. 28 Aug. 1890.

Lieber Herr Scholz,

eben erhalte ich einen Brief der Miss White in welchem sie sich wegen Minnie entschuldigt, und am Schlusse sagt, Sie seyen die Ursache, daß sie mir schreibe; es sey ihr so leid daß sie incorrect in der Sache gewesen. Das habe ich Ihnen aber nicht geschrieben, ich habe Miss White in nichts gegen Sie verklagt, habe, so viel ich mich erinnern kann nur geschrieben, Eugenie habe wieder großen Aerger gehabt, weil Frau Wetzlar ihre Tochter von Miss White auf 12 Tage fortgenommen habe. Damit habe ich aber doch Miss W. nicht beschuldigt? ich weiß ja gar nichts von ihr! Miss W. kann der Mutter die Tochter doch nicht vorenthalten, wenn sie sie verlangt? Bitte, klären Sie die Sache gegen M. W. auf, es kann ihrerseits ja nur ein Mißverstehen sein. Ich schreibe ihr nicht weiter, habe immer so furchtbar viel zu schreiben. Was soll ich ihr auch schreiben, eine Seitenlange Vertheidigung, wo ich mich [sic] doch gar keiner Schuld bewußt bin!
Also bitte, machen Sie die Sache wieder glatt.
Herzlich Ihre
Clara Sch.
Eilig.
Überlieferung:
Quelle:

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Vordereck (Obersalzberg)
  Empfänger: Scholz, Bernhard [Familie] (2867)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
248f.
 



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