19.12.2019

Briefe



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ID: 12666 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 13.11.1890
 

D. 13 Nov. 90

Lieber Herr Scholz,

ich kann den Brief nicht anders als gemein nennen, gerade an Sie, der Sie dem Wolff die Ilona so warm anempfohlen hatten. Ich sehe in dem Briefe Aerger und Boshaftigkeit, womit er Ihnen etwas zu versetzen denkt. Ich würde an Ihrer Stelle gänzlich still schweigen. <>Uebrigens versteht ja Wolff gar nichts von Musik! was Ilona fehlt, wissen wir ja am besten, aber auch, was sie kann. Ich möchte sie machte ihren Weg ohne Wolff, u., muß sie durchaus einen Agenten haben, so giebt es ja noch Andere! – Wir müssen sie <aber> jetzt ruhig gehen lassen, <ich> sie wird Erfahrungen machen, aber ich hoffe, sie wird sie nützen, und ihren Weg machen durch das was sie kann und was sie ist, vielleicht freilich, auf ihre einfache Weise, langsamer, als Andere mit allem Aufwand von Reclame, die aber nur kurze Zeit wirken kann.
Herzlich grüßend
Ihre
Clara Schumann.
Eilig.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Scholz, Bernhard [Familie] (2867)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
255f.
 



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