19.12.2019

Briefe



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ID: 12705 Brieftext


Geschrieben am: Sonntag 18.01.1891
 

Frankfurt a/M d. 18 Jan. 1891.

Liebe Henny,

Dank Ihnen und der lieben Ilona für alle die lieben Briefe, die mich so innig erfreut haben, und die ich längst beantwortet hätte, laborirte ich nicht noch immer an den Neujahrsverpflichtungen, die wirklich ganz endlos sind. Nun, herrlich ist es ja gegangen, und ich hoffe, die liebe Ilona setzt allen Ernst und alle Kräfte daran, daß sie den Ansprüchen die nun das Publikum fortan an sie macht gerecht werde. Hüten Sie sie nur recht vor zu vielen Gesellschaften, auch lassen Sie sie nicht über Land auf Tage lang gehen, das ist im Winter in England so gefährlich, weil die Häuser nicht warm genug sind, man zu vielem (z. B. vielem Zuge) ausgesetzt ist. Ilona muß alles derartige meiden; hat sie ’mal ihren Weg gemacht, dann kann sie auch ’mal ihrem Vergnügen leben, und in der wärmeren Jahreszeit das reizende Landleben in Engl. kennen lernen.
Ich bin sehr begierig über gestern zu hören. Viele Briefe habe ich nach dem Montag bekommen – reizend sind doch die Leute, daß sie meiner so gedenken.
Ade, Herzlichstes Ihnen Beiden, alles Gute für Sie – ich schreibe Ilona nächstens ’mal wieder. Wir hatten ein schönes Conc. diesen Morgen – Delara war famos. Ihre herzlich ergeb. Cl. Schumann

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Scholz, Bernhard [Familie] (2867)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
270f.
 



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