15.07.2019

Briefe



Rückwärts
	
ID: 12723 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 04.03.1891
 

Frankfurt a./M., den 4. März 1891.

Lieber Johannes,

es drückt mich, daß ich Dir neulich schrieb, ich sei mit dem ersten und letzten Satze des Quintetts noch nicht vertraut! Jetzt bin ich es ganz und gar, und sehr entzückt von jedem. Der 1. Satz umschmeichelt einen so sanft mit seinem ersten und 2. Thema, dann der wunderschönen Durchführung, die bei Dir immer wieder eine neue Schöpfung ist, dann der letzte, wie originell und fein, die Zigeuner-Figur als Hauptmotiv, dann am Schluß das herrliche Durcheinander, wie man es im Traume wohl hört nach einem Zigeunerabend in Pest! -

Im letzten Quartett hier werden wir es ja nun hören! Freilich, das Wie ist mit solchen 2. Instrumenten fraglich. Gar zu gern spielte ich mir den 3. Satz 2händig! Ich wollte nun aber auch fragen, wie es mit Deinem Kommen steht? Wir denken jetzt sehr an die italienischen Seen, aber erst im April wohl.

Ich muß schließen, und hoffe, bald manches mit Dir plaudern zu können.

Leb' wohl, lieber Johannes, und bleibe gut

Deiner alten

Clara.

Der armen Herzogenberg geht es doch gar nicht gut, sie liegt schon über 6 Wochen, darf sich mit nichts beschäftigen.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 



Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten (Mehr Informationen).
Wenn Sie auf unserer Seite weitersurfen, stimmen Sie bitte der Cookie-Nutzung zu. Ich stimme zu.