19.12.2019

Briefe



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ID: 12741 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 07.04.1891
 

D. 7 April 91.

Lieber Herr Scholz,

ich war gestern Abend so unglücklich, wie Sie es sich nicht vorstellen können, und so angegriffen von den schrecklichen Gehörs-Affectionen, daß ich, weder Sie, noch die Sänger sprechen konnte. Ich hoffe, Sie haben es mir nicht als Unfreundlichkeit ausgelegt. Im Bezug a. d. Amerikaner muß ich Ihnen leider sagen, daß er wirklich zu alt ist, noch von vorn wieder anzufangen; Ich hätte ihn gar nicht nehmen können, u. Marie mag nicht mit so alten Herren studieren, es ist ja nur eine Qual. Uebrigens abgesehen des gänzlichen Mangels an Schule, fand ich seinen Vortrag an ein paar Vermatenstellen [sic] so dumm, daß ich mich entsetzte. Wollen Sie Mariens freien Platz durch eine Schülerin von Engesser besetzen, so ist sie gern dazu bereit. Ich rieth Herrn Conrad einen Versuch bei Diesem zu machen. Mit Minnie habe ich das Concert C moll (Adag. u letzter Satz) heute durchgegangen, und ist es mir sehr recht, wenn sie diese beiden Sätze spielt, Frl. Meier dann den 1ten. Mein Befinden ist recht miserabel, leider auch das Wetter.
Herzlich ergeben
Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt a.M.
  Empfänger: Scholz, Bernhard [Familie] (2867)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
276f.
 



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