19.12.2019

Briefe



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ID: 12795 Brieftext


Geschrieben am: Montag 16.05.1892
 

Locarno d. 16 Mai 1892
Königl Hoheit, theuerste Frau Landgräfin,
den morgenden Tag möchte ich nicht vorüber gehen lassen, ohne Ihnen meine innigsten Wünsche zu Ihrem Festtage zu senden. Vor allem hoffe ich, daß die liebe Prinzeß Sibilla ganz genesen ist, und Sie den Tag etwas sorgenfreier genießen. –
Daß ich Sie, liebe, theuere Frau Landgräfin nicht mehr sehen konnte, war mir herzlich leid – leider war ich noch zu schwach zu Ihnen zu kommen, sonst hätte ich um eine Audienz im Garten gebeten.
Wir sind nun schon seit 4 Tagen zusammen, ich mit Eugenie, die ich viel wohler fand, und, herrlich ist es hier, aber ich leide an Heimweh, bin noch immer mit allerlei Leiden geplagt, wo man eben Alles nur halb genießt.
Der lieben Frau Erbprinzessin schreibe ich morgen – ich darf wegen meiner Neuralgie nur wenig auf einmal schreiben.
Leben Sie wohl, theuerste Frau Landgräfin, der Sommer bringe Ihnen nur Gutes, und gewähren Sie mir im Herbst nachzuholen, was ich diesen ganzen Winter versäumen mußte.
Ihrer Königl Hoheit getreueste
Clara Schumann.

Ihrer Königl Hoheit
Frau Landgräfin
Anna v. Hessen.
Frankfurt a/M.
25 Savignystrasse.


[Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Kulturstiftung des Hauses Hessen]

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Locarno
  Empfänger: Landgräfin Anna von Hessen (2568)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
198f.
 



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