19.12.2019

Briefe



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ID: 12802 Brieftext


Geschrieben am: Montag 04.02.1895
 

D. 4 Februar 1895.
Ihre Königl Hoheit, Liebste Frau Landgräfin,
ganz beschämt fühle ich mich, daß Sie mir das Wenige, das ich neulich bei Ihnen spielte, so hoch anrechnen. Ihnen vorzuspielen ist mir stets eine Freude, und finden Sie mich dazu immer bereit, soweit es meine Gesundheit erlaubt. Wäre mir das Instrument nicht so ungewohnt gewesen, ich hätte gern mehr gespielt neulich. Der Nachmittag ist mir ganz gut bekommen, Ihre Königl Hoheit haben aber auch aufs liebreichste für meinen alten Rücken, der nicht mehr so recht will, gesorgt, und die Gräfin Bünau versah mich mit Fußsack, so daß ich mich ganz behaglich fühlen mußte.
Sie erwähnen in Ihrem gütigen Schreiben nichts von Ihrer lieben Erbprinzeß-Tochter, ich nehme dies als ein gutes Zeichen, freue mich, Höchst-Dieselbe bald hier zu sehen.
Am 15ten wird nun Brahms seine Sonate mit Mühlfeld im Museum-Quartett spielen, und wird außerdem das H moll Quintett gegeben.
Nochmals herzlichsten Dank liebe, verehrte Frau Landgräfin, für Ihren theueren Brief von
Ihrer
warm ergebenen
Clara Schumann.

[Umschlag]
Ihrer Königl Hoheit
Frau Landgräfin
Anna von Hessen.
Hier.
25 Savignystraße.


[Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Kulturstiftung des Hauses Hessen]

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Landgräfin Anna von Hessen (2568)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
213f.
 



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