19.12.2019

Briefe



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ID: 12883 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 11.10.1892
 

Frankfurt a/M d. 11 Octbr 92

Lieber Joachim,

lange blieb ich Ihnen den Dank für Ihre lieben Glückwünsche z. 13ten Septbr. schuldig, aber ich kann so wenig nur schreiben und hatte doch das Herz so voll! nun höre ich eben von Herrn Ladenb. zu meiner Freude, daß Sie zum 1ten Museum-Concerte kommen, und da darf ich auf ein gemüthliches Plauderstündchen hoffen, was mir ein Trost ist für das, was ich entbehren muß, denn ich kann nur hören, was ich selbst a. d. Clavier spiele, und genau kenne. Mehrere Instrumente zu gleicher Zeit, bringt mir gleich ein förmliches Chaos, was ich nicht ertragen kann. Alles Weitere, liebster Joachim, wenn Sie kommen. Meine Eugenie ist nun fort von uns, nach London, wo sie einen Clavier-Cursus eröffnet hat. Es ist ein großer Schmerz für mich, aber unter den obwaltenden Umständen, der Sorge für Ferdinands Familie, eine Nothwendigkeit, daß meine Töchter ihr Talent mehr verwerthen, umsomehr, als ich wenig oder nichts mehr verdiene. So denn auf Wiedersehen nächstens.
Ihre
alt ergebene
Clara Sch.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Joachim, Joseph (773)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 2
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Joseph Joachim und seiner Familie / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-013-1
1447
 



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