19.12.2019

Briefe



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ID: 12904 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 29.03.1892
 

Frankfurt a/m. 29. 3. 92.
Meine liebe Frau von Beckerath,
Wie lange habe ich Ihren lieben Brief unbeantwortet gelassen, aber ich fange ja jetzt erst an, mich zu erholen und nun sitze ich sehr tief in Briefschulden und kann nicht einmal eigenhändig schreiben wegen hartnäckiger Neuralgie im Arm.
Ich sage Ihnen vor allem den wärmsten Dank für Ihre treue Teilnahme und denke, Sie haben doch wohl ab und zu durch Fräulein Leser von mir gehört. Es war eine schwere Zeit, die wir Alle durchgemacht und dürfen wir wohl erst vom Sommer vollständige Genesung hoffen. Ich denke, Ende April schon fortzugehen, für erst nach Pallanza.
Mit größtem Interesse habe ich alles gelesen, was Sie mir über Ihr Leben schrieben. Schwer mag es Ihnen wohl geworden sein, das junge Paar in Rüdesheim zu verlassen, aber ich kann Ihnen nur sehr recht geben, daß sie es thaten und wie glücklich wird der jüngste Sohn sein, daß er die Mama auch ’mal bei sich hat. Möchten Sie an ihm, an seiner Kunst, rechte Freude erleben!
Ich hoffe Ihr Augenübel ist jetzt ganz überwunden?
Mit den herzlichsten Grüßen an Sie und Ihre Lieben bin ich in alter Treue Ihre
Clara Schumann

[Umschlag]
Frau Laura von Beckerath.
Düsseldorf
Duisburgerstr. 109.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Beckerath, Laura von (168)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 12
Briefwechsel Clara Schumanns mit Landgräfin Anna von Hessen, Marie von Oriola und anderen Angehörigen deutscher Adelshäuser / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-023-0
308f.
 



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