19.12.2019

Briefe



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ID: 12934 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 14.09.1892
 

Interlaken d. 14 Septbr 92

Lieber Herr Scholz,

sehr verspätet kommt mein Dank für Ihren lieben theilnehmenden Brief, und nun ist es der doppelte Dank, den ich Ihnen ausspreche, für das mir gestern gesandte Thelegramm, und Ihrer lieben Frau wollen Sie, bitte, sagen, daß auch ihr gestriger Brief mich herzlich erfreut hat. Bald hoffe ich den Dank mündlich zu wiederholen, da wir auf dem Punct der Abreise nach Haus sind. In Basel wollen wir noch ein paar Tage bleiben, dann aber in’s Winter-Quartier, wonach wir uns sehr sehnen. Von mir kann ich Ihnen sagen, daß ich wieder kräftiger bin, jedoch das Dröhnen sich noch nicht verloren hat, nur ab und zu Stundenweise ausbleibt. Die anderen Leiden Alle werde ich wohl kaum mehr los. Daß Sie und Ihre Frau den Sommer so nach Wunsch genossen freut mich sehr, obgleich die Freude für Ihre Frau in Schreiberau mit Wehmuth vermischt sein mußte! – Eugenie ist nun auch bei uns, und hat sich sehr erholt, sie hat uns den gestrigen Tag sehr verschönt, wie Sie denken können, nach diesem Sommer voller Sorgen. Mein Arm schmerzt mich immer beim Schreiben – das ist mir ein Kummer, denn ich fürchte, es bleibt damit wie es ist.
Mit den herzlichsten Grüßen an Sie Alle
Ihre altergeb
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Interlaken
  Empfänger: Scholz, Bernhard (1392)
  Empfangsort: Frankfurt a.M.
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 16
Robert und Clara Schumanns mit Bernhard Scholz und anderen Korrespondenten in Frankfurt am Main / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Anselm Eber / Dohr / Erschienen: 2020
ISBN: 978-3-86846-027-8
293f.
 



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