19.12.2019

Briefe



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ID: 12944 Brieftext


Geschrieben am: Samstag 22.10.1892
 

Frankfurt a/M d. 22 Octbr 92

Liebe, verehrte Lady Thompson
endlich wird es mir möglich Ihnen ein Wort meines wärmsten Dankes für Ihren lieben Brief, und den Thee, den wir dieser Tage erhielten, zu sagen. Ich wollte es so gern |2| eigenhändig thuen, litt aber so viel an Neuralgie im rechten Arme, daß ich es nicht konnte, daher kommt mein Dank für Ihre Güte und Freundschaft so spät. Verzeihen Sie es.
Meine Eugenie schrieb mir, daß sie Sie gesehen, und so freundlich empfangen haben. Es wurde mir sehr schwer Eugenie von |3| mir zu lassen, und bin ich nur dadurch beruhigt, daß sie sich wohl fühlt, und ihre Thätigkeit ohne Nachtheil für ihre Gesundheit beginnen konnte. Sie fehlt uns hier aber sehr – ich vermisse sie schmerzlich.
Neulich hörte ich, Miss De Lara komme nicht mehr zu Ihnen. Ist dies wahr? das thäte mir sehr leid um sie, und jedenfalls |4| ist es ihre Schuld. Ach, man macht so oft traurige Erfahrungen mit jungen Leuten – sie kennen keine Dankbarkeit! –
Leben Sie wohl, liebe, verehrte Freundin, haben Sie nochmals Dank für Ihre gütige, vortreffliche Sendung, und für Ihre Güte gegen Eugenie.
Mit innigen Grüßen an Sie Alle Ihre treu ergebene
Clara Schumann.
[am linken Rand] Marie grüsst angelegentlichst.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Thompson, Kate, geb. Loder (1584)
  Empfangsort:
 



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