15.07.2019

Briefe



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ID: 13127 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 28.10.1892
 

Frankfurt a./M., den 28. Oktober 1892.

Lieber Johannes,

fürerst Dank für die neue wundervolle Sendung)[sic], die mich ganz und gar entzückt. Das erste Stück: "Schlaf sanft, mein Kind", geht mir nicht aus dem Sinn. Jedes der Stücke ist aber so originell, so fesselnd, daß ich gar nicht wüßte, welches vorzuziehen. Dabei sind sie für den Spieler so interessant, herrliche Klangwirkungen - nun Du weißt das ja am besten.

Dein Vorschlag wegen der Veröffentlichung verschiedener Sachen noch von Robert hat mich überrascht, und sehr gern sähe ich noch einen interessanten Band erscheinen - das letzte rührende Thema am Schluß! Aber wer soll die Wahl und Revision übernehmen, wenn Du es nicht tust? Wählen könnte ich schon auch, aber ich bin nicht kräftig genug, irgendwelche Verantwortung auf mich zu nehmen, da mich alles gleich erregt. Ein Beweis davon kann Dir sein, daß ich nicht wußte, daß die von Dir herausgegebenen Stücke nicht in der kritischen Schumann-Ausgabe erschienen waren, Du siehst daraus, wie wenig ich mich mehr auf mich verlassen kann, und welche Folgen das hat, das habe ich ja bitter empfinden müssen.

Härtels sandten mir dieser Tage schon einen Abzug des Titels zu den drei Sachen und schrieben, sie hätten den Text etwas verändern müssen, und das J. B. weggelassen, weil Simrock es nicht gestatten würde. Meinen Brief hatten sie noch nicht, ich schrieb ihnen von Deinem Vorschlage und erhielt heute Antwort, daß sie sehr einverstanden damit seien.

Nun also sage mir, willst Du, daß ich Dir die Sachen schicke?
Willst Du die Auswahl treffen und die Revision übernehmen, natürlich mit einigen Worten dabei und Deiner Namensunterschrift?Sage mir, ob ich auf Deine alte Freundschaft rechnen kann?

Getreu Deine

Clara.

Der arme Dessoff hat heute ausgelitten - unbegreiflich war es, daß er sich in letzter Zeit gerade so wohl wie nie fühlte.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Brahms, Johannes (246)
  Empfangsort:
 

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