19.12.2019

Briefe



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ID: 13156 Brieftext


Geschrieben am: Donnerstag 31.01.1895
 

Frankfurt a/M d. 31 Jan. 95.
Der erste Monat im neuen Jahr soll nicht vorüber gehen, ohne daß ich Ihnen, lieber Herr Levy und Ihrer lieben Frau für die guten Wünsche gedankt, und Dieselben von Herzen erwiedert hätte. Sie wissen ja, wie vielfach ich beschäftigt bin, selbst jetzt noch, wo ich doch von der Oeffentlichkeit ganz zurück getreten bin. Es ist wirklich unglaublich, was Alles an mich kommt, besonders auch von Seiten junger Künstler, an Denen man sich leider so gar wenig zu erfreuen hat (ich meine Componisten.) Die Strömung jetzt ist eine traurige, das werden auch Sie, lieber Freund, empfinden. In Rücksicht darauf, bin ich froh, daß ich mit der Oeffentlichkeit nichts mehr zu thun habe, nur noch in meiner stillen Klause, wo ich mich meinen Göttern widme. Wenn dann ’mal Joachim oder Brahms kömmt, dann giebt es besondere Festtage, so bald wieder durch Brahms, der seine neuen Sonaten mit Clarinette hier im Quartett spielen wird, wo dann auch das wunderbare Quintett mit Clar. daran kommt. Ich hörte neulich, es habe Ihrer lieben Frau nicht gut in letzter Zeit gegangen – Sie schrieben nichts davon, so ist sie wohl jetzt besser? grüßen Sie sie aufs herzlichste auch die liebe Tochter, und bleiben Sie auch in diesem Jahre freundlich gesinnt
Ihrer
treu ergebenen
Clara Schumann.

Marie sendet beste Grüße u. Wünsche.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Levy, Martin (943)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
424f.
 



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