19.12.2019

Briefe



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ID: 13754 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 23.12.1887
 

Frankfurt d. 23 Dec 1887.

Geehrter Herr Klengel

Fräulein Davies schrieb und sagte mir auch neulich welches Programm Sie für den 10ten gemacht. Ich finde es wunderschön, nur muß ich Ihnen sagen, daß ich die Orchesterwerke leider nur in der Probe hören kann, da ich Abends vor meinem Spiel nicht in den Saal gehe und nachher gewöhnlich jetzt so angegriffen bin, daß ich gleich nach Haus fahren muß. Ich werde aber in der Probe mit großer Freude (das weiß ich im Voraus) zuhören. Nun kommt aber noch ein kritischer Punct. Ich schrieb Ihnen schon neulich, wie wenig ich mich jetzt auf meine Gesundheit verlassen kann, und möchte Sie daher bitten, daß Sie doch ja an Jemand denken, der im Nothfall für mich einspringen könnte. Zu wissen daß Sie eine Vertretung für mich in Aussicht hätten, wäre mir eine große Beruhigung. Ich schrieb Ihnen wohl schon, daß ich das Instrument von Steinweg von hier aus senden werde. Soll ich es an Herrn Klinkerfuss direct schicken, doch wohl! bitte danken Sie Herrn u. Frau Klinkerfuss für Ihre freundlichen Zeilen neulich. Es bedarf wohl keiner näheren Adresse? Mit den freundlichsten Wünschen zu den Festtagen bin ich
Ihre
aufrichtig ergeb
Clara Schumann.

Das Instrument geht auf Steinwegs Kosten.
[Umschlag]
Hr
Hofkapellmeister
Dr. Paul Klengel.
Stuttgart

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Klengel, Paul (2505)
  Empfangsort: Stuttgart
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 20
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Leipzig 1830 bis 1894 / Editionsleitung: Thomas Synofzik und Michael Heinemann / Herausgeber: Annegret Rosenmüller und Ekaterina Smyka / Dohr / Erschienen: 2019
ISBN: 978-3-86846-030-8
575f.
 



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