19.12.2019

Briefe



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ID: 13774 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 30.12.1892
 

Frankfurt d. 30 Dec. 92
Meine theuere Lida,
innigsten Neujahrsgruß sende ich Ihnen hierdurch – könnte ich Ihnen in Person die Hand drücken – wie würde mich das beglücken. Vor allem wünsche ich Gesundheit und daß Ihnen die schöne Heiterkeit, die Ergebung in Alles, das der Himmel Ihnen auferlegt hat, bewahrt bleibe. –
Was wird uns das nächste Jahr bringen? ich sehe trüben Herzens in die Zukunft – Alles erscheint mir so traurig, und das Bevorstehende quält mich. Doch, ein Klagelied will ich nicht anstimmen und drücke Ihnen schnell die Hand in aller Liebe!
Die Kinder senden ebenfalls ihre wärmsten Wünsche – trotz der Ferien haben sie Beide viel zu thun. Wir haben doch jetzt auch manchen geselligen Verpflichtungen nachzukommen, dann erwarten wir die liebe Frau Von der Muhll bis z. 6t Jan. wo Eugenie uns verläßt. Daran mag ich nicht denken! und doch, ich fühle mehr und mehr, daß es das Rechte ist, aber traurig macht es dennoch.
Getreu Ihre
Clara.
Bei Eulers sagen Sie meine herzlichen Wünsche, auch der lieben Wine.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Bendemann, Lida (176)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
448f.
 



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