19.12.2019

Briefe



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ID: 13791 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 08.02.1893
 

Frankfurt a/M d. 8 Febr. 93
Lieber, verehrter Herr,
ein Unwohlseyn hat mich abgehalten Ihnen früher für Ihre so gütige Sendung zu danken. Nehmen Sie den verspäteten Dank noch freundlich entschuldigend an. Sie haben mich so reichlich bedacht, daß ich mich fast verlegen fühlte! aber meinen Kindern ist das Bild eine herzliche Freude. Ich erinnere mich, daß meine Eltern damals, als Fechner es machte, sehr befriedigt waren. Sehr erstaunt bin ich aber, daß das Original nicht im Besitze meiner Familie ist, und begreife nicht, wie es nach Berlin kam!? gern möchten wir es einmal sehen. Aber ach, nach Berlin komme ich ja nicht mehr, und das schmerzt mich wahrhaft. Es leben mir dort so liebe Freunde, außer den Meinigen, daß ich oft eine wahre Sehnsucht dahin habe. Könnte ich einmal wieder einen Blick in Ihre liebe Familie thun! wie gern wüßte ich ’mal wieder Genaueres! Die Trennung von lieben Menschen ist doch mit das Traurigste, das uns das Alter bringt! –
Grüßen Sie Ihre theuere Frau, in alter herzlicher Gesinnung von mir, und nehmen Sie die Versicherung herzlichster Dankbarkeit
Ihrer
ergebensten
Clara Schumann.

Meine Marie möchte sich Ihnen Beiden sehr empfohlen wissen. Eugenie ist in England.

[Umschlag]
Herrn
Geheimrath
R. Schöne
Berlin W.
27 A Thiergartenstr.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Schöne, Richard (1395)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
557f.
 



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