19.12.2019

Briefe



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ID: 13854 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 27.10.1863
 

Frankfurth d. 27 Octbr. 1863.
Meine theuere Lyda,
wie möchte ich wohl an dem schönen Festtage der so lieben innigverehrten Freunde fehlen? welche Freude wäre es mir gewesen selbst Ihnen, mit einem Blicke beredter, als jetzt in Worten, sagen zu können, wie mir’s um’s Herz! Sie müssen einen beseligenden Tag feyern mit all Ihren Lieben – im Geiste, meine theueren Freunde, werde ich bei Ihnen sein mit allen innigsten Wünschen für Sie!
Nun lachen Sie mich aber nicht aus, wenn ich neben all den anderen vielen Geschenken mit meiner Musikanten-Gabe komme, wobei ich noch, egoistisch genug, mir den öftersten Gebrauch wünschen muß; freilich sollte mindestens eine Festcantate darauf liegen, doch, die tönt im Herzen!
Ich hoffe vielleicht Ihnen Julie selbst noch nächste Woche bringen zu können und Sie dann zu umarmen, wie ich es jetzt im Geiste thue. Dem theuern Manne das Schönste – auch Marie möchte ganz bescheiden ihren Glückwunsch anbringen. –
In alter ewiger Treue
Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Bendemann, Lida (176)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 6
Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Eduard Bendemann, Julius Hübner, Johann Peter Lyser und anderen Dresdner Künstlern / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Renate Brunner, Michael Heinemann, Irmgard Knechtges-Obrecht, Klaus Martin Kopitz und Annegret Rosenmüller / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-86846-017-9
101f.
 



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