15.07.2019

Briefe



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ID: 13855 Brieftext


Geschrieben am: Mittwoch 02.12.1885
 

Frankf. d. 2 Dec. 1885,
Mein lieber, verehrter Freund,
zwar bin ich noch immer übel daran mit meinem Arm, aber ich muß Ihnen doch einige Worte zu morgen senden, muß es Ihnen sagen, wie ich Ihrer in treuer Liebe und Verehrung und mit den innigsten Wünschen morgen, eigentlich stets, gedenke. Mögen Sie den Ihrigen und den Freunden noch recht lange so munter erhalten bleiben, wie ich Sie zu meiner großen Freude, fand. Sie werden den Tag mit Freund Joachim gewiß traulich verbringen, nach dem Concert wird er hoffentlich bei Ihnen allein sein! dann haben Sie auch etwas von ihm. Ich darf nicht mehr schreiben, und fasse alle meine Empfindungen für Sie Beide in einen innigen Dankesgruß! ach, ich war so betrübt von Ihnen zu gehen, solche Freunde zu haben, u. sie nicht mehr sehen zu können, als ein paar Tage im Jahr – das ist doch recht bitter. Leben Sie wohl liebe Beiden – es geht heute wieder schlechter m. d. Arm, leider! –
Wir leben jetzt ganz der Sorge, eine baut sich auf die Andere – es ist manchmal recht schwer.
Bleiben Sie beide gut Ihrer alten
treuen
Clara Schumann

Die Kinder senden wärmste Grüße.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Bendemann, Eduard (174)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 326f.
 



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