15.07.2019

Briefe



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ID: 13856 Brieftext


Geschrieben am: Freitag 08.11.1895
 

Frankfurt a/M d. 8 November 95.
Lieber Herr Bendemann
ein recht peinliches Unwohlseyn verhinderte mich, Ihnen früher zu danken, und so gern hätte ich es doch gleich nach Empfang Ihrer theueren Sendung gethan! – Ich kann Ihnen nicht sagen, wie bewegt wir waren bei’m Anblick der Photographieen, der Räume, in denen wir so oft ein Heim fanden, in Denen uns die liebsten Freunde wohnten, dann das Bild der geliebten, verehrten Mutter, wie ist es mir vor Allem lieb. Wir kannten es gar nicht, und finden es wunderbar ähnlich, so wie wir sie noch im Frühjahr sahen! – Haben Sie innigsten Dank, lieber Herr Bendemann.
Ach, wie schwer ist es zu fassen, daß wir die Theuere verloren! unsäglich traurig ist es. Oft denke ich an Sie, wie schmerzlich Sie den Verlust empfinden müssen!
Ich bin in letzter Zeit recht viel unwohl gewesen, die unnatürliche Wärme trägt wohl dazu bei! nun, und das Alter macht sich eben geltend.
Seyn Sie mit Ihrer lieben Frau aufs herzlichste gegrüßt, auch von Marie, und, glauben Sie mir, daß es mir stets ein sehr liebes Zeichen Ihrer Anhänglichkeit sein wird, wenn Sie mich von sich ab und zu hören lassen. Vielleicht, daß Ihre theuere Frau ’mal die Feder ergreift, wenn Sie es nicht können. In treuer Freundschaft Ihre
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Frankfurt am Main
  Empfänger: Bendemann, Eduard (174)
  Empfangsort:
  SBE: II.6, S. 531f.
 



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