19.12.2019

Briefe



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ID: 13914 Brieftext


Geschrieben am: Dienstag 11.05.1880
 

Frkfurt a/m d. 11 Mai 1880
Lieber, geehrter Herr Radecke
ich weiß nicht, wie Worte finden Ihnen meine Bestürzung und meinen Schmerz auszudrücken, und doch kann ich dem innersten Drange meinen Empfindungen, wenn auch mangelhaften Ausdruck zu geben, nicht wiederstehen. Ach, ich weiß ja, wie es thut [sic], sein Theuerstes zu begraben! aber, ich weiß auch, daß der Himmel uns Kraft verleiht, zu tragen, vor allem durch unsere Kinder, die uns als theuerstes Pfand geblieben sind. Möge Ihre Seele an ihnen erstarken, und die Kunst, die treueste Helferin im Leid, auch Ihnen Balsam sein, wie sie es mir stets war und in manchem schweren Leide noch ist. Was Theilname erleichtern kann, werden Sie gewiß erfahren, denn, wer konnte Ihrer theueren Frau näher treten, ohne sie zu lieben! Meine Töchter bitten mich auch von ihrer großen Theilname Ihnen zu sagen. Seyen Sie, lieber Herr Radecke, versichert der treuesten, wärmsten Gesinnung
Ihrer
wahrhaft betrübten
Clara Schumann.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort:
  Empfänger: Radecke, Robert (1220)
  Empfangsort:
  Schumann-Briefedition: Serie: II / Band: 18
Briefwechsel Clara Schumanns mit Korrespondenten in Berlin 1856 bis 1896 / Editionsleitung: Thomas Synofzik, Michael Heinemann / Herausgeber: Klaus Martin Kopitz, Eva Katharina Klein und Thomas Synofzik / Köln: Verlag Dohr / Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-86846-055-1
480f.
 



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