19.12.2019

Briefe



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ID: 13938 Brieftext


Geschrieben am: Montag 18.03.1850
 

Liebste Emilie,
1000 Dank für Ihre erfreuliche Nachricht, die mich ganz vergnügt machte, auf die ich aber auch mit gröster [!] Ungeduld gehofft hatte! nun aber gleich zu einigen häuslichen Angelegenheiten! Sie scheinen mit den 10 Thalern, die ich geschickt, so umgehen zu wollen, daß Sie Alle dabei verhungern! bitte Liebste, thuen Sie das ja nicht, das wäre mir zu schrecklich, wenn ich denken müßte meine Lieben zu Hause sollten darben! nein, da wäre ich außer mir! wenn das Geld alle ist, so bitten Sie Herrn Bartheldes noch um 10 Th:[aler] die 4 Thaler geben wir ihm wieder, wenn wir zurückkommen. Essen sie auch alle Abend eine Suppe? einmal Suppe, einmal Warmbier, auch einige Mal Schokoladensuppe (dazu lassen Sie ½ [Pfd.] Schokoladenmehl holen, das ist gerade so viel Sie brauchen), und ist denn das Essen, was Johanne macht auch nicht gar zu schlecht? das ängstigt mich, wenn Sie nun bei all Ihrer Mühe und Aufopferung nicht einmal genießbares Essen hätten! lassen Sie ja Fleisch kochen, wenigstens 4 Mal wöchentlich. [...]
Ueber Mariechens gutes Zeugniß hab ich mich sehr gefreut, hörte ich doch Dasselbe auch von Lieschen [Elise]! ich brächte ihr so gern auch Etwas mit, wenn sie artig wäre! wie freue ich mich auf Ferdinand und Ludwig! und Julien auch nicht zu vergessen, die kleine Nuß! fragen Sie die Kinder Jedes, was sie sich wünschen? freilich darf es nichts sehr kostbares und nicht schwer transportables sein. Sie können mir einen Wunschzeddel von Jedem, der artig gewesen, mit schicken; ich will dann sehen was zu thuen ist.

  Absender: Schumann, Clara, geb Wieck, Clara (3179)
  Absendeort: Hamburg
  Empfänger: Steffens, Emilie, verh. Heydenreich, Emilie (3000)
  Empfangsort: Dresden / Haushalt RS, Große Reitbahngasse 20
 



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